Sonntag, Dezember 31, 2006

Epilog 2006

Selbst wenn ich es wollte, ich könnte nicht ignorieren, dass wir wohl zu um und bei Silvester haben. Seit Donnerstag (Verkaufsstart von Knallerkram) lärmen hier nämlich die Vollhorste im Stadtteil rum.

Zugegeben, als Kind, so bis ca. 14, fand ich das auch absolut großartig. Wir haben Bomben gebaut, Briefkästen gesprengt (ist verjährt!!) und je lauter, desto gut!

Aber vorhin guck ich so aus dem Fenster und seh da drei Typen, so um die 17-19, die völlig stumpf mit ner riesigen Plastiktüte durch die Gegend liefen und alle 5 Minuten nen Böller zückten, anzündeten, PENG, nächster. Und dabei zogen sie ihres Weges. Und das machen die jetzt wohl bis in die frühen Morgenstunden bzw. bis die Tüte leer ist.

Also, ich will ja nicht angeben, aber in dem Alter hatte ich bereits Besseres zu tun, als Rumzuböllern...

Nichtsdestostrotz wünsche ich natürlich auch den Bölleranhängern und selbstverständlich auch allen anderen einen

GUTEN RUTSCH INS JAHR 2007

Bis nächstes Jahr, meine Lieben :o).

Samstag, Dezember 30, 2006

Wiener Schilder 2

Wiener Schilder 1

Wien kulinarisch (Teil 2)

Schokokuchen, Unmengen Sahne, Kaffee und ein/zwei leckere irische Bierchen sind ja nicht wirklich magenfüllend und daher bummelten wir weiter durch die Stadt (die ist echt klein) und machten uns auf die gemütliche Suche nach einem netten Restaurant. Gleich bei der Albertina (Museum) lockte uns der Augustinerkeller in seine Pforten. Ich sah nur TAFELSPITZ auf der Speisekarte und war nicht mehr zu halten. Ich liebe Tafelspitz. Kann ich pfundweise in mich reinfressen. Das Restaurant war auch recht urig und gemütlich, das Fleisch schmeckte einfach phantastisch, allerdings verstörte mich sowohl die Darreichungsform, als auch das Fleisch-Beilagen-Verhältnis ein wenig.
Aber dafür wurden wir noch zugeschrammelt. Ein netter junger Mann mit Schifferklavier saß gleich in der Nähe und kam irgendwann sogar zu uns an den Tisch und wollte, dass wir uns was wünschen. Da wir keine Ahnung von Wiener Schrammelmusik haben, verlegte er sich dann auf was anderes und spielte "Phantom der Oper"....und das ausgerechnet mir, als Musicalfan...

Egal, ich leg jetzt mal Tempo vor. Am nächsten Tag wollte ich wieder Tafelspitz. Diesmal fanden wir bei unserer Bummelei den Figlmüller, nach eigenen Angaben gibt es dort das beste Schnitzel von Welt. Ich wollte aber Tafelspitz!! War auch superlecker und diesmal gab es auch ausreichend Fleisch.
Mein Herz nahm tatsächlich das Wiener Schnitzel, ließ mich probieren und das war so gut, dass wir am nächsten Tag nochmal hingingen, damit auch ich ein Schnitzel kriege. Diesmal landeten wir aber in einer Zweigstelle und trafen dort auf einen weiteren Hans Moser. Gegen den war der Typ aus dem Café Sacher eine Seele von Mensch. Wieder mussten wir auf eine Platzierung warten. Ewig lange. Ab und zu kam der Grantler vorbei, guckte kurz, brubbelte was und eilte davon. Als wir endlich am Tisch saßen, bestellten wir unser Schnitzel mit Erdäpferl- und Vogerlsalat. Bei letzteren handelt es sich mitnichten um einen Salat aus gehackten Stubenküken, sondern um Feldsalat.

Kommen wir nun zum Schnitzel. Der Figlmüller rühmt sich nicht nur des besten Schnitzels, sondern auch des größten. Und ich für meinen Teil kann nicht widersprechen. Sowas hab ich noch nicht gesehen (Man beachte das Feuerzeug, um die Größenverhältnisse zu erkennen. Im zweiten Bild seht Ihr eine Essmethode, die verhindert, dass das Teil vom Teller plumpst.). Aber es ist dabei nur ca. 4-5mm dick und schmeckt einfach phantastisch. Ich mutmaßte, dass die ne alte Wäschemangel in der Küche haben, um das Kalbfleisch so platt zu kriegen. Leider schaffte ich meine Portion jedoch nicht, mein Herz war auch satt, also wollte ich den Rest als Doggypack mit ins Hotel nehmen. Ich krieg ja gern mal nachts Hunger.

Mittlerweile ging mir der olle Grantler dermaßen auf die Nerven, dass ich keine Lust mehr hatte, höflich zu sein. Als er das nächste Mal vorbeikam, bellte ich ihn an:

"Zwei Marillen und das da will ich eingepackt haben!"
"Große oder kleine Marillen?"
"Was ist denn groß?"
"Ja groß halt!"
"Bring ran!"

Kurz darauf war er wieder da, stellte zwei riesige Marillenschnäpse auf den Tisch und knallte mir eine Tüte und einen zusammengerollten Pergamentbogen hin: "Da, pack's ein!"
Sekundenlang waren wir beide sprachlos, dann brachen wir in Gelächter aus. Wie cool ist das denn?!
Ab da waren wir seine Lieblinge. Ständig kam er zu uns an den Tisch, erzählte was, charmte rum und war einfach nur noch reizend.

Fazit: Öschis wollen schlecht behandelt werden, dann werden sie nett!

Nachtrag:

Ich lach mich kaputt! Ich hab gerade mal auf der Seite vom Figlmüller rumgestöbert und dabei tatsächlich ein Photo von unserem Grantler entdeckt. Der scheint da der Star der Lokalität zu sein. So freundlich hat er aber erst geguckt, nachdem wir uns gegenseitig angeblafft hatten, hihi.

Wien, Wien, nur Du allein... (Teil 1)

...sollst stets die Stadt meines Fressens sein.

Wikingaer hat sich ja bereits zwei Beiträge zu unserem Trip zu den Öschis verfasst, dabei aber einen wesentlichen Aspekt ausgelassen. Vermutlich mit Absicht, denn 1. hab ich die ganze Zeit rumgejault, dass ICH darüber bloggen will und 2. hab ich die Bilder.

WIEN KULINARISCH

Neben der wundervollen Architektur zweifellos das größte Erlebnis dort. Entweder man isst und trinkt ganz sensationell oder es ist einfach unbeschreiblich grauenvoll.

Fangen wir mit dem Weihnachtsmarkt vor dem Wiener Rathaus an: zauberhaft, entzückend, hinreißend. Liebevoll gestaltete Büdchen, wunderschön geschmückte Bäume. Eine wahre Augenweide. Dass es keinen Mutzenstand gab, ok, wir sind in einem anderen Land, da muss ja nicht alles so sein wie zu Hause, aber dann bestellten wir einen Punsch....genauer gesagt, einen Beerenpunsch.
Das ist unglaublich. Sowas von widerlich! Man nehme einen Topf Wasser, erhitze ihn, schütte ein bissi Fruchtsaft rein, dazu dann ein Schuss Methanol und schmücke das Ganze mit einigen angetauten Tiefkühlbeeren - fertig ist der Öschi-Punsch! Und die haben sich das Zeug literweise reingekippt.
Beim 2. Versuch orderten wir ein Haferl (Becher) Glühwein. Dafür wurden offensichtlich die Reste des Glykolskandals genutzt und mit ner Tüte Lebkuchengewürz aufgepeppt. An den Jagertee haben wir uns dann nicht mehr getraut, sondern verließen fluchtartig das Gelände, um den Irish Pub "Molly Darcy's" aufzusuchen und uns bei einem großen Kilkenny zu erholen.

Und das nach dem ohnehin schon schrägen Erlebnis am Nachmittag...
Nachdem dies ja mein bereits dritter Besuch in Wien war, bestand ich nöhlenderweise darauf, dass ich ENDLICH ein ORIGINALstück SACHERtorte, im ORIGINALcafé SACHER fressen wolle. Mein Herz hatte dem nur wenig entgegenzusetzen, also latschten wir zum Hotel SACHER, bzw. zum dort angeschlossenen Café SACHER.

Dort angekommen standen wir erstmal dämlich in der Tür rum, da uns ein Schild verkündete, dass wir platziert werden würden. Der Platzierer erschien kurz darauf in Gestalt des grantelnen Oberkellners. In Wien, so müsst Ihr wissen, halten sich alle Oberkellner ab 60 für Hans Moser oder glauben zumindest, dass der doofe Touri das erwartet. Dabei geht ihnen aber jedweder Charme ab, über den der Moser Hans so reichlich verfügte und der seine Grantelei so liebenswürdig machte. Wiener Oberkellner sind einfach scheiße unhöflich, haben einen fiesen Komisston am Leib und hassen alle Gäste. Piefkes ganz besonders.
Zunächst scheuchte uns der Kerl in die Garderobe. Dort legten wir unsere Jacken ab, um dann dämlich im Flur rumzustehen. Dann wurden wir an einem winzigen Tischchen platziert.
Nach kurzem Studium der Karte (die man übrigens für schlappe 99,-- Tacken inklusive originellem Tischhalter käuflich erwerben konnte) entschied ich mich für ein Stück SACHERtorte mit Schlagobers (4,80) und einen Einspänner (3,60). Mein Herz nahm ebenfalls das Stück Torte (4,80) und den Einspänner (3,60).

Kurz darauf wurde das Gewünschte gebracht. Das muss man den Öschis lassen: die sind Ratzfatz mit der Bestellung da, damit man schnell wieder raus ist und die nächsten Opfer abgezockt werden können.

Tja, meine Lieben, was soll ich sagen?

Schokokuchen.

Schokokuchen mit Kouvertüre drauf und ein bissi Aprikosenmarmelade drinnen. Bissi dröge. Ohne Schlagobers ging da gar nichts. Erinnert geschmacklich sehr an den Schokokuchen von Bahlsen in der blauen Alupackung, aber da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Der Einspänner riss es auch nicht raus. Dabei handelt es sich um ein Glas Kaffee mit Schlagobers. Im Café SACHER lag das Mischungsverhältnis allerdings bei 50:50. Also entweder man hatte bei den ersten Schlucken den Mund voller Sahne oder man verrührte das Ganze, wobei die Trinktemperatur allerdings auf ca. 20 Grad sank, was ich persönlich bei Kaffee ziemlich eklig finde.

Recht desillusioniert orderten wir die Rechnung, opferten inkl. Trinkgeld 19 Euro und eilten gen Garderobe. Dort wurden wir noch um 2 Euro erleichtert (Pro Teil 90 Cent, dafür rührte mein Herz aber entgegen seiner Gewohnheit keinen Finger, sondern schaute nicht nur zu, wie ich mir in meine Jacke helfen ließ, sondern ließ sich auch selber helfen.)

Danach schlenderten wir zum Weihnachtsmarkt...siehe oben.

Abends wurde es besser, denn mit Fleisch können sie wirklich. Doch dazu später mehr.

Freitag, Dezember 29, 2006

Nostalgieanfall - wird verschoben

Die Themenbereiche Musizieren und Essen waren ja noch offen, aber darauf verzichte ich jetzt. Zum Einen ist mir nicht mehr weihnachtlich und zum Anderen haben wir das über die Feiertage in der Familie ausgiebigst unter viel Gelächter bekakelt.

Besonders entzückt war ich übrigens, als ich feststellte, dass mein Bruder nicht nur die Weihnachtserinnerungen, sondern all meine Blogergüsse für meine Eltern ausgedruckt hat und die sich darüber königlich amüsierten. Da bin ich doch sehr stolz gewesen.

Doch nun zu etwas anderen. Da wir gerade von Familie sprechen. Diese Feiertage sind ja immer die beste Zeit, um die Wirtschaft so richtig in Schwung zu bringen. Nicht nur wegen des vermehrten Konsums, sondern weil zu dieser Zeit festsitzende Gelder locker gemacht werden können. Die Methode ist ganz einfach:

Dat Omma, das das ganze Jahr über im Heim sitzt, dort vor dem Fernseher hinvegetiert, alle paar Monate mal nen Pflichtbesuch kriegt und ansonsten mit einer ausgewogenen Diät aus cholesterinarmen und zuckerfreien Zutaten am Leben erhalten wird, muss natürlich über die Feiertage ins traute Heim geholt werden.

Und dort startet dann die verkommene Mischpoke mit ihrem völlig legitimen Versuch, ans Erbe ranzukommen: Altenmästung!!

Plätzchen, Stollen, Torte, Sahne, Kaffee mit extra viel Koffein, Gänsebraten, Grünkohl mit fetter Wurst etc.
Jedes Mittel ist recht, um den lange überfälligen Herzinfarkt herbei zu führen. Das Geld liegt auf Sparkonten fest, die Olle rückt höchstens mal nen Fuffy für die Enkel raus und ansonsten schrumpft das Vermögen jeden Tag dahin, um das fiese Altenheim zu finanzieren. Ist ja kein Zustand. Daher wird an nichts gespart, Pralinen und Marzipan in reichlicher Menge rangeschafft und der Eierlikör fast intravenös eingeflößt.

Und wenn es wieder nicht geklappt hat: Bald ist Ostern!!!

Was mir bei dieser Gelegenheit einfällt: als ich vor einigen Jahren zum ersten Mal das Wort Erblasser gelesen hab, hielt ich es für einen recht coolen, altmodischen Begriff, um einen Verstorbenen zu beschreiben. Bis ich dahinter kam, dass man es nicht ErBLASSER, sondern ERBlasser ausspricht und es nichts mit einer toten Gesichtsfarbe, sondern mit Erbschaft zu tun hat. Aber das nur am Rande...

(Gruß an Zwurbel - Danke :o), schon wieder vorbei)

Sonntag, Dezember 17, 2006

Die Weihnachtsfeier - Epilog

Kommen wir zum Fazit: Ich hatte Spaß!

Ja, es klingt zwar alles grausig, aber ich hab mich wirklich amüsiert. Das lag nicht zuletzt an den netten Kollegen, die ich natürlich auch habe. Auch von denen haben sich einige ordentlich die Kante gegeben, aber dabei wird ja nicht jeder unangenehm. Manche werden einfach lustig oder auch niedlich und wollen weder anfassen noch werden sie laut und aggressiv.

Ich hab mich ausgesprochen gut mit unseren englischen Kollegen unterhalten, die extra eingeflogen wurden, hatte Gelegenheit, mit Leuten zu klönen, die ich im Arbeitsalltag nicht so oft sehe und ansonsten stand ich mit meinen Lieblingskollegen am Stehtisch und wir beobachteten das Geschehen und machten fiese Bemerkungen:"Die tut doch nur so bieder! Jede Wette: die haut!!!", "Weia, Schmidtchen Schleicher ist auch wieder in Hochform.", "Sag mal, würdest Du Deinen Kerl mit so einem Hemd aus dem Haus lassen?" und amüsierten uns über die Partyhengste jeden Alters, die versuchten, bei der bezaubernden Trainee aus dem Marketing zu landen. Die sah aber auch wirklich rattenscharf aus und die männliche Kollegenschaft balzte, was das Zeug hielt.

Ich freu mich auf die Photos!

Achja, das Büffet war auch klasse.

Die Weihnachtsfeier - Überlebensstrategie

Entgegen meiner Ankündigung nach der Jam Session in meinem Büro, blieb ich meinem Vorsatz treu und habe mich NICHT betrunken. Aus den vergangenen Jahren wusste ich allerdings, dass das nicht so einfach ist. Früher konnte ich mich immer mit dem "ich muss noch fahren" rechtfertigen, aber das galt ja diesmal nicht. Wussten ja zuviele, dass es für mich quasi ein Heimspiel war.

Das Argument "Mit Euch möchte ich mich nicht besaufen" lässt keiner gelten und könnte auch auf Unmut stoßen, aber es gibt eine Möglichkeit, heil aus so einer Sache rauszukommen:

Das halbe Glas Rotwein

Es wurde ein gar nicht mal so schlechter Merlot kredenzt, der flaschenweise überall rumstand. Den ganzen Abend rannte ich nun mit einem halb gefüllten Glas Rotwein rum. Ab und zu trank ich zwei Schlückchen, füllte dann demonstrativ mein Glas nach und wechselte den Standort. So konnte ich mit jedem Abgefüllten, der unbedingt mit mir anstossen wollte, die Gläser klirren lassen und er war zufrieden. Auf die Art und Weise kam ich über den gesamten Abend auf höchstens 1,5 bis 2 Gläser Rotwein und jeder, der nicht wirklich darauf achtete, freute sich, dass auch ich mir gemütlich einen glühte.

Mit Bier klappt sowas nicht so gut. Ein Kollege von mir versuchte das, hatte dann aber das Problem, dass ihm immer irgendein übereifriger Mensch ein frisches Bier brachte, sobald seins nur noch halb voll war. Der trank dann doch mehr, als er wollte. Cola-Trinker müssen ständig damit rechnen, dass irgendein Promillekönig in ihr Glas sabbert, um zu prüfen, ob da nicht doch noch was anderes drin ist. Auch nicht wirklich schön.

Die Wein-Strategie ist doch eine ziemlich sichere Sache. Werd ich jetzt immer so machen.

Bei der nächsten Festivität wird mich auch hoffentlich nicht wieder ein lattenstrammer Idiot wild gestikulierend anrempeln und mir meinen Rotwein in den Ausschnitt kippen. Glücklicherweise hatte ich ein schwarzes Top an.
Dafür stank ich wie ne Kutscherkneipe und seine schwitzige Hand auf meiner Schulter und sein "Schullijung" rissen es auch nicht raus.

Überhaupt: Anfasser! Auch da bedarf es feiner Strategien, um diesen zu entgehen, ohne als Spaßbremse, die sich fürchterlich anstellt, abgestempelt zu werden.
Dabei hat sich der beherzte Griff an die Oberarme bewährt. Wenn man merkt, dass da einer gerade selig trunken auf Tuchfühlung gehen will, greife man (bzw. FRAU!!) forsch an die Oberarme, halte ihn auf Abstand und sage etwas Charmantes zum Outfit! Je Party das Hemd, umso überzeugender das Kompliment "Ja holla die Waldfee, Du hast Dich ja auch richtig in Schale geworfen." Das lenkt so ziemlich jeden vom Bodycheck ab. Wenn es gar nicht anders geht, soll der Typ sich noch umdrehen, damit man alles bewundern kann. Spätestens dann hat man ihn normalerweise vom Leib und genug Zeit, das Weite zu suchen.

Leider gibt es zwei Gruppen, denen man nicht entkommen kann.

1. Die Rentner

Traditionell werden bei uns auch immer die Ableblinge zur Weihnachtsfeier eingeladen. Und erzählt mir nix von Altersdemenz oder Senilität. Diese Alten sind sowas von abgefeimt! Sie wissen ganz genau, dass sie sich a) mehr erlauben können als die Jüngeren und b) wie weit das genau ist, ohne einen in die Fresse zu bekommen.
Da steh ich nichts Böses ahnend mit einem (nüchternen) Kollegen zusammen und bin am Plaudern, als ich plötzlich um die Taille gepackt werde und ein Hundertjähriger mir mitteilt, wie schön das sei, mich mal wieder zu sehen. ICH KENN DEN NICHT!!! Der hat schon aufgehört zu arbeiten, als ich noch zur Schule ging!!!! Aber auf der letzten Weihnachtsfeier hab ich ihm dem Weg zum Klo erklärt.
Da steh ich nun mit gequälten Lächeln, frage nach dem Stand der Dinge an der Heimatfront und darf mir die nächsten 15 Minuten anhören, dass er die Firma quasi mit aufgebaut hat und heute ja alles anders sei und er ja so froh sei, mich zu treffen, denn er kennt die anderen ja gar nicht. Und die ganze Zeit hab ich seine Pfote an der Hüfte oder er greift mir um die Schulter und drückt mich mit den Worten "Du bist aber auch ne Nette!" innig an sich. SUPER! Ich bin einfach, verdammt noch mal, zu gut erzogen. Ich ehre das Alter und außerdem tun mir die Jungs auch immer irgendwie leid, weil sich ja nun wirklich keine Sau für ihr Geschwätz von früher interessiert.
Natürlich hat mein ursprünglicher Gesprächspartner längst mit einem gehässigen Grinsen nen Abgang gemacht, weil er keinen Bock auf die alten Schoten hat. Glücklicherweise gibt es dann immer andere Kollegen, die einen retten "Du, die XY sucht Dich schon die ganze Zeit."
Seid gepriesen an dieser Stelle.

Ist mir dreimal an diesem Abend passiert!!!

2. Die komplett Abgefüllten

Auf die traf ich, als ich gegen kurz vor 1 Uhr die Biege machen wollte, weil die Besoffenen mittlerweile eindeutig in der Überzahl waren und auf der Tanzfläche pogoierten.
Heimlich, still und leise wollte ich mich verpissen, kam dabei aber natürlich an etlichen lattenstrammen Kollegen vorbei, die sich mir mit den Worten "Wissu schonn genn? Wir hammuns nochanich unnahallden" in die Arme warfen.
Da hilft dann nur rohe Gewalt und lügen "Du, mein Taxi wartet, ich muss morgen früh raus!"
Rauswinden und Flucht ergreifen.

Irgendwann saß ich dann doch im Taxi und schämte mich, weil ich nach Rotwein stank.

Die Weihnachtsfeier - Das Showprogramm

Tja Kinners, was soll ich sagen...

Es war in doppelter Hinsicht unterirdisch. Gespiesen wurde oben im Restaurant, aber dann durften wir alle nach unten in den Keller laufen, wo es eine Bar und mehrere Bierbänke gab und wo auch alles für unsere begabten Hoffnungsträger aufgebaut war.

Die Show begann erstmal gar nicht, weil sich alle an die Bar drängten und fröhlich miteinander schwätzten. Immerhin reden wir hier von 220 Leuten. Allerdings haben sich einige gleich nach dem Futter verkrümelt und im Keller häuften sich dann noch ca. 150 Leute. Von denen hatten ca. 100 überhaupt keinen Bock auf die Darbietungen, sondern wollten lieber saufen und Party machen, während der Rest mit den Worten: "Die geben sich ja immer soviel Mühe." auf den Beginn der Bekasperung wartete. Nach ca. einer halben Stunde hatten dann endlich alle ein Glas in der Hand und es kehrte leidlich Ruhe ein. Der GF hielt eine flammende Rede auf den Erfolg der Firma und dann ging es los.

Da war doch dieser Typ mit der Kamera, der uns alle filmte, gell? Tjanu, die nächsten 10 Minuten durften wir uns auf einer Leinwand genau die Hackfressen angucken, mit denen wir gerade zusammen saßen bzw. standen und die wir auch sonst jeden Tag sehen. Jeden einzelnen!!! Dazu lief "We are the champions", "We will rock you" und noch etwas von Queen. Spitzennummer!!

Dann Einsatz der Band "Glory glory Haleluja". Natürlich mit tollem, originellen Text. Dabei durfte ich lernen, dass sich Vertrieb auf Techni(e)k reimt...

Wir sind die Größten!!!

Es folgte ein gar lustig Spiel, zu dem der Prokurist und der Obercontroller nach vorne gebeten wurden und zu saudämlichen Fragen "wahr" oder "unwahr" sagen mussten. Mit Punkteverteilung. Zog sich endlos hin.

Und dann ein Sketch, den eigentlich keiner so richtig verstanden hat, aber egal.

Und nochn Lied, diesmal was mit "sausausaubillig".

Dann das Schlumpflied.

Damit war der Quatsch eigentlich vorbei, aber die Akteure nöhlten solange rum, bis endlich ein Besoffener im Publikum "Zugabe" gröhlte. Das ließen die sich natürlich nicht zweimal sagen (wäre auch nicht passiert) und sangen nochmal "Glory glory haleluja".

Ich glaub, da war noch mehr, aber ich hatte zwischendurch Aussetzer. Lag bestimmt an der schlechten Luft.

Samstag, Dezember 16, 2006

Die Weihnachtsfeier - Prolog

Erinnert Ihr Euch noch an die weißen T-Shirts?

Sie standen zu siebt in diesen T-Shirts auf der Bühne, trugen dazu blaue Basecaps und sangen eine auf unsere Firma umgedichtete Version vom SCHLUMPFLIED!!!

Ich bin noch leicht paralysiert. Der ausführliche Bericht folgt, wenn sich meine Synapsen wieder geordnet haben.

Laalaalalalalala....

Freitag, Dezember 15, 2006

ICH WILL HEIM!!!!

Jetzt geht's hier richtig ab!!!!

Gerade war mein netter philippinischer Kollege bei mir zu Besuch. Unglücklicherweise rannte gerade einer der Vorturner der Firmenband mit seiner Klampfe durch den Flur. Und im nächsten Moment hab ich hier FÜNF IDIOTEN in meinem Büro, die gemeinsam bei einer voll hippen Jam Session HOUSE OF THE RISING SUN singen!!!!!!!!!!!!!!!!

Ich bin traumatisiert!!!!!!

ARGH, das ist wie früher auf Klassenreisen, wenn uns unser schnauzbärtiger, Pullunder tragender Geschichtslehrer zwang, mit ihm diese Scheiße zu singen. Und als nächstes kommt dann "Sag mir, wo die Blumen sind" oder "Let it be" oder was??

Hab die Deppen jetzt alle rausgeschmissen und pflege meine blutenden Ohren.

Wenn das so weitergeht, besauf ich mich heute Abend doch noch!!!

Der Countdown läuft weiter...

...und die Spannung erreicht bald ihren Höhepunkt (gähn).

Heute Abend findet ja nu unsere Weihnachtsfeier statt. Unser ambitioniertes Showensemble kriegt sich vor Aufregung kaum wieder ein. Man könnte meinen, wir hätten die AOL Arena gemietet und die müssten vor Tausenden von Leuten auftreten.

Gestern kam ich in den zweifelhaften Genuss, die Probe der Band mithören zu dürfen, weil die das nebenan im Konferenzraum durchgeschrammelt haben.

Das wird wieder ganz toll....

Zufälligerweise (tsts) konnte ich einen Blick auf den Stichwortzettel meines Kollegen werfen, der ja zusammen mit einer Kollegin durchs lustige Showprogramm führen wird.
Die klassische Doppelmoderation. In seinem Text stehen auch extra so Wörter wie "ach" oder "huch" oder "oh". So kommt das bestimmt total locker und spontan rüber.

Mir ist schlecht!

Hoffentlich ist das Essen gut!

Donnerstag, Dezember 14, 2006

Nostalgieanfall II: früher war mehr Lametta

Der Baum

Der Baum war ganz unglaublich wichtig. Wie wohl in fast jeder Familie. Er musste bis zur Decke reichen, gerade gewachsen und wohlgeformt ausladend sein. Allerdings musste man noch an ihm vorbeikommen. Alles nicht so einfach und daher fand alljährlich das traditionelle Baumschmähen statt.

Baumkauf war Männersache und egal, was mein Vater mit oder ohne meinen Bruder für Prachtexemplare anschleppte, wenn das Teil am Morgen des Heiligabends im Wohnzimmer aufgestellt wurde, ergingen meine Mutter und ich uns in gehässigen Kommentaren.

"Was ist das denn für ne Krüppelkiefer!"
"Da ist ja ne richtige Lücke!"
"Der nadelt ja jetzt schon."
"Der ist ja ganz schief!"
"Da kann man ja gar nichts dranhängen."
"Guck Dir mal die komische Spitze an."
"Das kannst Du also auch nicht."
etc...

Jedes Jahr verkündete mein Vater, im darauffolgenden Jahr müssten meine Mutter und ich den Baum kaufen, aber dazu kam es, soweit ich mich erinnere, niemals. Bevor hier ein falscher Eindruck entsteht: die gesamte Familie hat sich bei der Schmähung großartig amüsiert!

Und wenn die Tanne dann geschmückt war und wir sie bei Lachs und Toast als kleinen Imbiss anschauten, waren wir uns eh jedes Jahr wieder alle einig, dass es sich um den allerschönsten Weihnachtsbaum handelt, den wir jemals hatten.

Unser Weihnachtsschmuck bestand grundsätzlich aus angeklemmten Kerzenhaltern mit ECHTEN Kerzen, Kugeln und ungefähr 20 Kilo Naschkram aus der Metro. Ich liebte die in Goldfolie gepackten Nougat-Zapfen und die kleinen Schokotäfelchen, die mit güldenen Band kreuz und quer hingen. Mein Vater bestand jedes Jahr auf diese fiesen Bitterschokolade-Kringeln, die mit rosa oder weißen winzigen Liebesperlen bestreut sind. Er war auch der einzige von uns, der die gegessen hat.
Ansonsten gab es noch allerlei andere in Folie verpackte Schokokugeln und Kringel und Knickebein-Jokes (fanden wir alle total eklig) waren ebenfalls ein Running Gag.

Strohsterne, kleine Holzfiguren oder gar Weihnachtsäpfelchen haben sich bei uns nie durchsetzen können.

Dafür aber LAMETTA!!!! Ohne silbernes Lametta kein Weihnachtsbaum!!

Bis zu dem Jahr, in dem mein Bruder und meine Mutter beschlossen, dass Lametta ganz schlimm für die Umwelt und ein Baum ohne das Zeug ohnehin viel schöner sei. Ich war entsetzt!!! Mein Vater solidarisierte sich mit mir und wir bildeten die Pro-Lametta-Fraktion. Mittlerweile hab ich den Verdacht, dass er nur dafür war, damit ich nicht allein dastand. Ich war ja sein Nesthäkchen und konnte herzzerreissend traurig gucken.

Jedenfalls stand es unentschieden und keiner wollte von seiner Meinung abgehen.

Wir hatten in diesem Jahr sehr viel Besuch von Verwandten, Freunden und fast der gesamten Nachbarschaft, nachdem sich rumgesprochen hatte, dass bei den Bekloppten ein Weihnachstbaum steht, dessen eine Hälfte MIT und die andere OHNE Lametta geschmückt ist....

Unsere Kugeln waren rot und überlebten viele viele Jahre. Bis meine Eltern irgendwann beschlossen, dass wir mal was Neues brauchten. Sowohl die Kerzenhalter als auch die Kugeln waren voller Wachs und tw. auch kaputt, also wurde eines schönen Jahres nicht nur der Weihnachtsbaum am 1. Januar entsorgt, sondern auch der gesamte Baumschmuck.

Das nächste Weihnachtsfest stand vor der Tür, der Baum lag auf dem Balkon, der Naschkram war gekauft und die Kerzen lagen bereit.
Am Morgen des 24. wurde der Baum aufgestellt, da fiel uns siedendheiss ein, dass wir ja weder Kerzenhalter noch Kugeln haben!!!!
Mein Vater rannte los und trieb tatsächlich noch Kerzenhalter im einzigen geöffneten Geschäft weit und breit auf (eine Drogerie). An Kugeln war jedoch nicht zu denken.

Die Lamettazeit war auch vorbei (mittlerweile hatte ich ein Einsehen), also hatten wir einen Baum mit Kerzen und Schokodingen.

Am ersten Weihnachtstag brachte uns die damalige Freundin meines Bruders mit süffisanten Grinsen exakt EINE pottenhässliche lilafarbende Kugel mit, die sie mit einer bewundernswert arroganten Geste in unseren Baum hängte.

In den darauffolgenden Jahren hatten wir dann weiße Kugeln und große weiße Schleifen, aber die lilane Kugel fand auch immer ihren Platz.

Nur kurz seien hier die zwei oder drei Jahre erwähnt, in denen ich darauf bestand, dass meine ca. 80 Meter lange Kette aus goldener und roter Glanzfolie, die ich jedes Jahr auf's Neue bastelte, in den Baum gehängt wurde. Der Rest meiner Familie erinnert sich nicht gerne daran...

Demnächst: Essen, Musizieren und Kerzenwetten

Nostalgieanfall I: Kalenderleerfressen und Geschenke suchen

Vermutlich interessiert es kein Schwein, wie in meiner Familie Weihnachten gefeiert wurde, aber mir ist es ein Bedürfnis in Erinnerungen zu schwelgen.

Adventszeit

Bei uns wurde eher minimalistisch geschmückt. Manchmal hatten wir eine kleine Tanne mit Lichterkette auf dem großen Balkon, ein Adventskranz schmückte den Tisch und generell stieg die Anzahl der Kerzen im Wohnzimmer und wir bastelten alljährlich ein Knusperhäuschen, aber das war's auch schon.

Aber es gab Adventskalender. Die klassische Variante: gekauft und mit PEA-Schokolade. Gerne die große Ausführung mit beweglichem Weihnachtsmann.
Und damit sind wir bei der ersten Familientradition: Leerfressen des Adventskalenders! Und zwar ich erst meinen und dann den von meinem großen Bruder. Ich fing immer ganz raffiniert an und klaute zunächst nur den 24. und den 6. Dezember. Ich ging davon aus, dass diese beiden fehlenden Schokostückchen im Schokoladentaumel von Heiligabend und Nikolaus nicht weiter auffielen.
Ich konnte es jedoch nie dabei belassen und ging bald dazu über, mich im Datum abwärts zu fressen und dem Tag entgegen zu zittern, an dem mein Bruder das nächste leere Schokofach finden würde. (Meinen ersten Anpfiff hatte ich selbstverständlich bereits am 6. Dezember erhalten - irgendwie fiel es doch auf.)

Dabei war ich sowas von gewitzt: früher waren die Adventskalenderkartons nämlich noch normale Faltschachteln, die man wie jede andere Faltschachtel oben und unten öffnen und wieder schließen konnte, ohne Spuren zu hinterlassen. Die Plastikschablone für die Schokostücke war ebenfalls nicht verklebt und so habe ich einfach den Kalender geöffnet, die Schablone rausgezogen, 3 bis 8 Schokostücke geklaut und alles wieder in den Urzustand versetzt.

Wenn mein Bruder wieder mal meinen Frevel entdeckt, bekam ich selbstverständlich tierischen Ärger und auch meine Behauptung, das sei bestimmt ein Fehler der Schokoladenfabrik gewesen, schützte mich nicht vor seinem Geschimpfe. Da ich jedoch 4,5 Jahre jünger bin als er, waren ihm zum Glück die Hände gebunden, denn er traute sich nicht, mich zu hauen. DAS hätte ihm nämlich reichlich Stress eingebracht. Die kleine Schwester haut man nicht, hähä.

Einmal haben wir einträchtig versucht, unsere Kalender wieder zu befüllen, indem wir normale Schokolade in einem Schüsselchen auf der Heizung zum Schmelzen brachten und dann in die Formen gossen. War ne Mordssauerei und führte irgendwie nicht zum gewünschten Erfolg.

Wenn ich seines Kalenders habhaft werde, klaue ich ihm übrigens heute noch einige Stückchen daraus. Allerdings eher aus Tradition als aus Gier.

Eine andere feste Einrichtung war das Basteln des Hexenhäuschens aus Lebkuchen und/oder Kemm'schen Kuchen, Smarties, Gummibärchen etc und literweise Zuckerguss. Auch eine Mordssauerei, an der jedoch unsere Mutter aktiv beteiligt war und die immer fürchterlichen Spaß machte. Danach war mir immer speiübel, weil ich pfundweise in Zuckerguss getunkte Süssigkeiten in mich reinstopfte.
Nach spätestens 10 Tagen waren sämtliche Smarties, Gummibärchen und Eiszapfen vom Häuschen abgefressen und der Rest landete im Müll, weil keiner von uns olle Hausfassaden mit zementhartem Zucker mochte.

Zu meinen persönlichen Traditionen gehörte auch das Suchen der Geschenke. Ich durchforstete die gesamte Wohnung und fand eigentlich jedes Jahr immer mindestens ein Geschenk für mich. Diese Sucherei fand allerdings ein schlagartiges Ende, als ich eine der bösesten Enttäuschungen meiner Kindheit erlebte. Ich muss so ca. 10 Jahre alt gewesen sein, als ich mal wieder im Kleiderschrank meines Vaters rumwühlte und dort das tollste Geschenk überhaupt fand: Eine plüschige Schildkröte!!!!
Sie war wunderschön. In dunkelgrün und dunkelblau gehalten, hatte sie einen Durchmesser von ca. einem halben Meter und eignete sich hervorragend als Kopfkissen. Außerdem war sie superniedlich.

Ich war begeistert und freute mich wie Bolle auf MEINE Schildkröte am Heiligabend.

Als der große Tag dann kam und mit ihm die Bescherung, wurden mein Bruder und ich wieder reich beschenkt. Ich bekam wieder großartige Geschenke, hatte aber die ganze Zeit die Kröte im Hinterkopf. Von der war aber weit und breit nichts zu sehen.
Als eigentlich schon alles vorbei war, sprang meine Mutter plötzlich mit den Worten "Oh, ich hab ja noch was." auf und holte ein großes, rundes Paket von hinten. Freudig erregt sah ich ihr entgegen und musste dann erleben, wie sie MEINE Kröte meinem Bruder überreichte.

Meine Welt brach zusammen. Wieso bekam mein 14jähriger Bruder ein STOFFTIER????? MEIN Stofftier???
Und natürlich konnte ich nichts sagen. Weihnachten war für dieses Jahr für mich gelaufen und ich hab danach nie wieder Geschenke gesucht.

Mein Bruder liebte seine Kröte übrigens. Sie wurde tatsächlich sein Kopfkissen und überlebte viele viele Jahre. Ich muss ihn bei Gelegenheit mal fragen, ob sie noch existiert.

Demnächst: Der Baum

Mittwoch, Dezember 13, 2006

Besinnliches Spamming

Vor ca. einer Woche fing es an und mittlerweile brauche ich morgens erstmal 15 Minuten, um meine Mailbox aufzuräumen: Weihnachtsspam!

Alle Jahre wieder krieg ich die gleichen alten Kamellen zugeschickt. Jaja, ist ja gut gemeint, aber bekanntermaßen ist "gut gemeint" das Gegenteil von "gut"!

Weihnachten in Stenkelfeld, Loriots Adventsgedicht, besoffene Weihnachtsmänner und Elche, Powerpoints mit niedlichen Tierchen zwischen Christbaumkugeln und Tannenzweigen, Kettenbriefe über den Sinn des Lebens, Filme mit illuminierten Häusern und so weiter und so fort, es nimmt einfach kein Ende.

BITTE!!! Wenn Ihr eine derartige Mail erhaltet und sie Euch irgendwie bekannt vorkommt, dann schickt sie bitte NICHT weiter. Die anderen kennen sie bestimmt auch!!!

Beim ersten Lesen vor einigen Jahren fand ich all diese Dinge auch sehr lustig, niedlich, besinnlich, was auch immer. Im darauffolgenden Jahr war meine Reaktion schon zurückhaltender und jetzt? ES NERVT!!!!

Nichts Neues am Nordpol??

Donnerstag, Dezember 07, 2006

Geniales Fundstück

Man könnte meinen, ich würde ein wenig katzenlastig werden, aber keine Bange, auch wenn die unten verlinkte Story "Reisen mit einer Katze" heißt, so ist doch nicht die Katze Hauptquelle der Bespaßung, sondern die wunderbaren Beschreibung der Mitreisenen.

http://don.antville.org/stories/1524503/

Der Countdown läuft...

Alle Jahre wieder steht auch hier die obligatorische Firmen-Weihnachtsfeier ins Haus. Dieses Jahr werden wir erstmalig nicht im hauseigenen Foyer abfeiern, sondern eine schöne Lokalität in Kieznähe aufsuchen. Da freuen wir uns alle sehr. Nicht nur, weil wir NICHT von unserer Kantine bewirtet werden und daher wohl nicht mit Fleischscheiben in brauner Sauce und Erbsen und Möhren zu rechnen ist, sondern primär, weil wir gespannt sind, wer danach alles in einem der umliegenden Etablissements verloren gehen wird, hihi.
Ich freue mich besonders, weil ich es dann nicht weit nach Hause haben werde (bekanntermaßen Ottensen) und daher vielleicht doch mal mehr als ein alkoholfreies Bier trinken kann.

Allerdings, eines ist sicher: BEtrinken werde ich mich nicht!! Es gibt wohl kaum was peinlicheres (aber auch kaum was unterhaltsameres), als die Kollegen, die sich alljährlich die Lampe ausblasen, um dann im fortgeschrittenen Zustand an den Frauen rumzufingern oder dem Chef mal detailliert erklären, wie man die Firma viel besser leiten könnte.
Ganz zu schweigen von den vielen "Du"s, die dann im nächsten Jahr wieder vergessen sind. Getränke für mau und es ist kein Halten mehr.
Da wird die graue Maus zur Partyqueen und der Buchhalter zum Salonlöwen.

Doch darauf wollte ich gar nicht hinaus. Fester Bestandteil dieser Festivität ist auch immer ein dolles Showprogramm, das von einigen Kollegen ausarbeitet und performed wird, die der Meinung sind, fehlendes Talent könne durch Enthusiasmus ersetzt werden. Da werden uns Opfern dann launige Sketche vorgeführt, die die lustigsten Begebenheiten des vergangenen Jahres noch einmal in Erinnerung rufen sollen.
Eben rannte hier einer mit ner Kamera durch die Räumlichkeiten und verriet mir augenzwinkernd, dass das ein ganz ein lustiger Beitrag auf der Beamer-Wand wird, in dem es dann so aussieht, als würde unser Geschäftsführer durch die Abteilungen ziehen und nach dem rechten sehen. Mal davon abgesehen, dass ich gerade ne Kippe in der Hand hatte und auf meinem Schreibtisch ein pottenhässliches Geschenk von einem ausländischen Kollegen rumliegt, freu ich mich jetzt schon ganz arg auf das unglaublich witzige Endergebnis.

Dagegen ist jede RTL-Soap hochklassiges Burgtheater!! Vermutlich ist diese Peformance der Grund dafür, dass sich so viele dem Suff ergeben.

Mein Problem ist, dass ein Kollege aus meiner Abteilung da fürchterlich involviert ist und ich vermutlich für den Rest des Jahres vergeigt hätte, wenn ich mich der Ohren- und Augenfolter entziehen würde. Er will anschließend immer gelobt werden und dezente Hinweise, dass das Showensemble sich selber wohl am Lustigsten findet, verhallten bisher ungehört. Er ergeht sich seit zwei Wochen in bedeutungsschwangeren Andeutungen, um mich neugierig zu machen ("ich habe gerade 7 große weiße T-Shirts bestellt. Es ist wichtig, dass die weiß sind, hihihi.") und ist vermutlich recht enttäuscht, dass ich keine drängenden Fragen stelle.

Doch wer glaubt, damit sei der Gipfel der Quälerei erreicht, der irrt!!

Wir haben auch eine Firmenband! Leider kann ich deren Namen hier nicht publizieren, aber allein der ist schon schmerzlich.

Die trällern dann immer selbstgetextetes Liedgut und wenn man Pech hat, dann wird zum Mitsingen aufgefordert - was allerdings kaum jemand macht. Textauszug: "Was ist denn das Geheimnis unseres Erfolges? Das bist DU..DU...nur DU." Bei DU wird natürlich mit dem Finger in die gebannte Zuhörerschaft gezeigt. Nein, wie isses motivierend!!

Wir planen hier schon konspirativ die Sitzplatzverteilung (nahe am Büffet, weit weg von Bühne) und hoffen sehr, dass das Showprogramm schnell vorbeigehen wird.

Einen Lichtblick gibt es zumindest. Dieses Jahr wurde ein anderer DJ als sonst engagiert. Mir werden die silberne Weste und die Deutschen Schlager ab 21 Uhr NICHT fehlen.

Und zur Not gibt es ja auch viele nette Kneipen in umittelbarer Nähe.

Sommerschläfchen

Was hatte ich mich gefreut! Ich hatte es nicht geschafft, "Deutschland - ein Sommermärchen" im Kino zu gucken und fieberte daher der gestrigen Ausstrahlung entgegen.
Es schien mir ein perfekter Abend zu werden, zumal ich vom vorgestrigen Besuch des Tallinnschen Glücksweinstandes in Altona und der anschließenden Einkehr in eine Kneipe noch ziemlich verkatert war (nichtsdestotrotz war ich natürlich um 8 Uhr im Büro. Genauso wie meine beiden Kolleginnen, die mitgefeiert hatten. Unsere zwei männlichen Kollegen zogen es vor, zu Hause rumzuschwächeln! Weicheier!! Haha.)

Wie gesagt, ein gemütlicher Abend vor der Glotze kam mir da gerade recht und mit Ofenpizza (Funghi) machte ich es mir bequem.

Aber jetzt mal ehrlich, der Film ist GROTTENLANGWEILIG!!! Welch Enttäuschung! Und was wurde darum für ein Johau veranstaltet.
Vielleicht hab ich auch einfach nicht lange genug durchgehalten, aber das Bedürfnis zu zappen und was Spannenderes zu gucken, wurde immer größer. NICHTS kam von der tollen Stimmung rüber. Was interessiert mich das, wie die Mannschaft trainiert oder Bowling spielt? Ich hatte auf einen schönen Flashback der tollen WM gehofft und dann das!

Neenee, "The Closer" war dann doch spannender.

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Schmachtfetzen

Gerade bei der Gebenedeiten entdeckt und dahingeschmolzen:


http://gebenedeite.blogspot.com/2006/11/heat.html

(Krieg immer ne tag-Fehlermeldung)

Freitag, Dezember 01, 2006

Kitsch as Kitsch can




Heute werde ich mich mal outen:

ICH LIEBE WEIHNACHTEN!!!

Ich könnte jedem spontan auf die Fresse hauen, der was von "Kommerzfest" rummault. Liegt ja bei jedem selbst, was er daraus macht.
Ich liebe geschmückte Innenstädte, Weihnachtsmärkte, kitschige Dinge in den Schaufenstern. Die ganze Atmosphäre ist wie verzaubert; man muss sich nur darauf einlassen.

Bunte Büdchen, Glückswein aus Tallinn, Mutzen, Fleisch am Spieß und Tinneff. Ich kann Stunden auf Weihnachtsmärkten verbringen und mich dabei wie ein kleines Kind über all den Glitzerkram freuen.

Ok, die Beleuchtungsexzesse, die einige in ihren Fenstern oder auf ihren Balkonen veranstalten, find ich auch Banane und niemals wird eine Lichtertreppe oder so ein Flackerstern seinen Weg in meine Heimstatt finden. Aber sonst...

Jago hat aufgerüstet. Bei mir ist Weihnachten ausgebrochen und ich finde es WUNDERSCHÖN!!

Ich wünsche Euch Allen eine schöne Adventszeit :o).