Donnerstag, März 13, 2008

Ehre dem Abschleppwagenmann

Vorgestern wollte ich in den wohlverdienten Feierabend entfleuchen, setzte mich hinter das Steuer meines kleinen treuen Gefährts....drengdrengdrengdrengdrengdreng....nix.
Nochmal (will der mich verarschen?)...drengdrengdrengdrengdrengdreng....nix.

Einige verzweifelte Versuche später, inkl. Gaspedal pumpen, Wagen zu und wieder aufschließen und was man halt noch so macht, wenn man nicht weiter weiß, musste ich einsehen, dass das wohl so nichts wird.

Zum Glück kam gerade ein Kerl daher und wollte zu seinem Wagen. Den nötigte ich, mir Starthilfe zu geben. Seine Ausflüchte, er hätte weder Starterkabel noch Ahnung ließ ich nicht gelten, ich hatte schließlich beides.
Aber wie ich schon befürchtet hatte, an der Batterie lag es nicht. Dazu klang alles zu gut bei den Startversuchen.

Scheißendreck!

In dem Moment kam Kollege L. raus und war auch gleich bereit, mich nach Hause zu fahren. Während der Fahrt rief ich Herz an, pöbelte rum und greinte nach Hilfe. Natürlich setzte sich mein Herz sofort in den Wagen und kam zu mir, damit ich noch tonnenweise optimalpigmentierte Schaumküsse zur nächsttäglichen jährlichen Alterung kaufen konnte und dann gingen wir zum Griechen unseres Vertrauens und ich besoff mich. Herz ist wirklich mein Herz!

Am nächsten Tag steckte mir unsere Azubine, dass der M., der unten in der Verarbeitung arbeitet, gelernter KFZ-Mechaniker sei.
Er nahm sich auch in der Mittagspause der Sache an (ich fand das soo lieb von dem), frickelte ein wenig im Motor rum, erreichte nichts und beschloss dann, mich anzuschieben. Allein? Klar allein, sei kein Ding.
M. schob mich wie ein Bekloppter bei Dauernieselregen auf dem Parkplatz hin und her, aber weder im 2. noch im 1. Gang wollte der Motor anspringen.

Zündung oder Benzinzufuhr (Eigendiagnose).

Ich rief meine Werkstatt an und die hatten noch eine weitere Theorie: Die Wegfahrsperre lässt sich nicht deaktivieren, möglicherweise klappt es aber mit dem Ersatzschlüssel.
Falls nicht, müsse die Karre in die Werkstatt, denn nur da kann man neu codieren.

ARGH!

Meine Lieblingsazubine bot sich an, mich um 16 Uhr nach Hause zu fahren, damit ich den Schlüssel holen kann, dann wieder zur Firma und falls es nicht klappt, wieder nach Hause.

Genauso geschah es auch - es klappte nämlich nicht. Und das, obwohl ihr Vater (der da auch in der Gegend arbeitet) noch auf die Idee kam, meine Batterie mal eben abzuklemmen. Manchmal funktioniert das, diesmal nicht. Auch das Besteigen des Wagens durch die Beifahrertür (was man nicht alles versucht...), führte zu nichts.

Neuer Plan: zur Werkstatt schleppen. Heute morgen nun durfte ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren und weiß jetzt wieder, warum ich das so hasse: lauter übellaunige und -riechende Menschen, die einfach in meinen Meter eindringen.

Während ich noch dabei war, jemanden in der Firma zu finden, der mich wegschleppt (mit Hilfe von meinem Chef, der regen Anteil nahm), erreichte mich ein Anruf von Herz. Dem war aufgegangen, dass bei nicht laufendem Motor der Bremskraftverstärker ebenfalls nicht funktioniert und das somit ne ziemlich heikle Sache werden könnte.

Wieder Anruf bei meiner Werkstatt, großes Lamentieren, dezenter Hinweis, dass sowohl die Familienfirma als auch ich alle unsere Wagen bei denen kaufen - ok, Abschleppwagen wird geschickt, kostet nur 80 Euro netto (schlimm genug!).

Gegen 14 Uhr rief mich der Abschlappwagenmann an, er stünde bereits vor meiner Kiste.

Ich rannte hin. Auf Geheiß öffnete ich die Motorhaube.

Der Abschleppwagenmann guckte, griff unter den Motorblock, zupfelte an einem dicken Kabel, setzte sich hinter das Steuer und startete den Wagen.

Sinnlos gerufener Abschleppwagen: 70 Euro
Trinkgeld für genialen Abschleppwagenmann: 5 Euro
Jagos Lachanfall: unbezahlbar

Und morgen fax ich dem ADAC meine Beitrittserklärung!

4 Huldigungen:

Sylvermoon hat gesagt…

Oh je, was für eine Geschichte!

Was soll man dazu noch sagen, außer vielleicht: "Glück im Unglück!"

Steffi hat gesagt…

Ja wirklich, Glück im Unglück! :)
Das wäre genau das richtige Erlebnis für mein schwaches Nervenkostüm gewesen... hui.
Eins steht jedenfalls fest: liebe Kollegen hast Du! :)

wintermute hat gesagt…

ich merke, als nicht-auto-fahrer entgeht einem was .... wobei ich als ich noch einer war , einen montagswagen hatte, mit einer übellaunigen elektrik, da habe ich meine adac-mitgliedschaft voll ausgenutzt.... aber solche odysseen wie du , nein , die sind mir verborgen geblieben.

Goo-gle hat gesagt…

Das mit dem ÖNVP kann ich verstehen.
Ich brauche Platz um mich herum und stinken tun die meisten Menschen auch noch!